16 Januar 2006

 

Die schlauen Bauern...

ein treffender, polemischer Artikel in der Welt bringt es auf den Punkt: Wozu bezahlen wir mit Steuergeldern eine Monsterbürokratie, die nichts anderes tut, als unseren Reichsnährstand pardon, die Bauernschaft, vor Wettbewerb und Effizienz zu schützen? Mit welcher Schläue die Vertreter der Bauernschaft vorgehen, lässt sich an der Verhohnepiepelung der neuen Subventionsbegriffe ablesen. Da wird Rasenmähen mal schnell zur Landschaftspflege und der regelmäßige Eingriff in die natürliche Entwicklung der Lebensräume zu ökologischen Großtat veredelt. Warum nicht einfach wachsen lassen?

http://www.welt.de/data/2006/01/16/831897.html

14 Dezember 2005

 

Tu Felix Gallia...

man merkt schon, dass in Frankreich eine solide bürgerliche Mehrheit regiert. Anders als in unserem durch ein beinahe idiotisches Minderheitenschutzwahlrecht geknebelten Staat, kann man in Frankreich eben Dinge durchsetzen, auch wenn es einer gefühlten oder echten Volksmehrheit widerspricht. Die Regierung in Paris setzt augenscheinlich auf einen Mix zwischen Privatisierung und Liberalisierung und wird meines Erachtens damit gut fahren. Von einem Sarkozy kann man hier nur träumen...

Die Privatisierung der Autobahnen, die heute verkündet wurde, ist meines Erachtens ein richtiger Schritt. In unserer ADAC Gesellschaft sind solche radikalen Maßnahmen leider noch nicht möglich...die Argumente der Privatisierungsgegner sind dabei immer dieselben: Man habe die Autobahn ja schon bezahlt (man möchte hinzufügen: und Adolf hat sie uns geschenkt!) durch Steuern und letztlich ginge es um Abzocke. Dass der Begriff der Abzocke dabei auch auf die dreiste Kfz-Steuer und die Maut passt, bei der ein Gutteil der Erlöse an Staatskonzerne fließt, wird verschwiegen. Die ungeheuren Erlöse einer Privatisierung und die knappen Kassen des Staates werden aber notwendigerweise zu diesem Schritt auch hier zwingen.

09 Dezember 2005

 

Gute Freunde kann niemand trennen...

oder mit Loriot: "Ach!"

Schröder wird Aufsichtsratsvorsitzender der Gaspipeline.

25 November 2005

 

Gammelfleisch...

Wundert einen der Leser eigentlich der Skandal um verschimmeltes, seifiges, grünliches, stinkendes Fleisch in deutschen Kühltheken? Mich keineswegs... die deutsche Aldimentalität, Familien, in denen der Höhepunkt des Sonntags der Gang in den McDonalds ist (der witzigerweise völlig überteuert ist), die Unfähigkeit junger Menschen ein schmackhaftes Essen zuzubereiten musste ja mal Konsequenzen haben.

Aus eigener Anschauung kann ich das Fleisch der Brandenburgkette (in Rewe Märkten anzutreffen), Fleisch vom Metzger, die Kühlregale bei METRO und eine Fleischgroßtheke bei Globus vergleichen.

Fazit ist, dass die Supermarktangebote zwar günstig, aber qualitativ das Hinterletzte sind. Schnitzel, die um 40% schrumpfen, ins Fleisch gepresstes Wasser, um das Gewicht zu steigern, Hackfleisch, dass einen ekelhaften Ebergeschmack entwickelt beim Braten...widerlich. Deutlich besser schneidet der Metzger ab, wobei man sich aber nur auf selbst hergestellte Ware verlassen kann. Glänzend schneiden sowohl METRO, als auch die Fleischgroßtheke beim Globus ab...dort kann man geradezu blind kaufen, wobei bei der Großtheke selbstverständlich auch die Einschränkung gilt, dass nur Selbstproduziertes überzeugen kann.

24 November 2005

 

Wie man einen Hetzartikel schreibt...

Aus unserem Lieblingsonline-Magazin, wir kommentieren kritisch:



Irak


Deutsche Archäologen restaurieren Babylon

Monatelang haben die Truppen der USA und Polens das antike Babylon als Militärcamp benutzt - und schwere Schäden verursacht. Unter der Führung des Deutschen Archäologischen Instituts sollen die historischen Gemäuer im Irak jetzt restauriert werden.

Comment: Ohweh, die USA und die Polen haben schwere Schäden verursacht. Jetzt kommen die guten Deutschen und restaurieren...

Berlin - Die antike Stadt Babylon ist nicht nur berühmt wegen ihrer herausragenden Rolle in der Weltgeschichte, sondern ist auch eine der bedeutendsten archäologischen Stätten überhaupt. Von April 2003 bis Dezember 2004 haben die Invasionstruppen der USA und Polens

Comment: Invasionstruppen, das fängt ja gut an.


die uralte Stadt als Militärlager benutzt - und dabei "massive Schäden" verursacht, wie Experten des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) mitteilten.
Schwere Militärfahrzeuge seien in die antike Ruinenstadt gefahren, die außerdem als Flugplatz genutzt worden sei. Dies habe zu dramatischen Schäden durch die Bodenverdichtung geführt. Die Soldaten hätten sogar Teile antiker Siedlungsreste benutzt, um Sandsäcke zu füllen.

Comment: Sandsäcke mit Teilen gefüllt...mmm...nicht mit Sand, der dort ja herumzuliegen scheint?

Das DAI übernimmt nun federführend die ersten Restaurierungsarbeiten in Babylon. Zunächst werde das Institut im Auftrag der Unesco die Schäden dokumentieren und den künftigen Umgang mit den rund 3000 Jahre alten Ruinen festlegen, teilte das DAI heute in Berlin mit. Geplant sei später auch die Entsendung von Fachpersonal. Das DAI hatte 2003 seine Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen aus dem Irak abgezogen.

Comment: Ohne Mitarbeiter vor Ort geht es also nicht.

An der Dokumentation werden sich mehrere Staaten, darunter Frankreich, Großbritannien, die USA und Japan beteiligen.
Comment: Ach, hier kommen die bösen Amis und beteiligen sich.
Die Experten werden unter Leitung der irakischen Antikenverwaltung und der Unesco arbeiten. Das DAI unterstützt den Plan der irakischen Regierung, für Babylon den Status als Unesco-Weltkulturerbe zu beantragen.
Während der Regierungszeit Saddam Husseins wurden im antiken Babylon bereits Tiefgaragen und Restaurants für den Massentourismus angelegt, was nach Angaben des DAI einen "tiefen Eingriff" in die antike Bausubstanz darstellte.

Comment: Der Knaller des Artikels...also die Bodenverdichtung durch Panzerfahrzeuge hat "schwerste Schäden" angerichtet, aber die Tiefgaragen und Restaurants waren nur ein "tiefer Eingriff"...einmalig in Diktion, direkt aus dem Goebbels´ Handbuch für erfolgreiche Propaganda abgeschrieben.

Das rund 80 Kilometer südlich von Bagdad gelegene Babylon war vor fast 100 Jahren vom deutschen Archäologen Robert Koldewey ausgegraben worden.

Comment: Wir mal wieder, hurra!

Das friedliche Gutmenschentum des Volks der Archäologen triumphiert mal wieder über das verachtenswerte kriegstreiberische Pack aus den USA. Die "tiefen Eingriffe" Saddams sind natürlich nicht mit den schwersten Schäden zu vergleichen, die die Invasionstruppen angerichtet haben. Und wenn der gute Saddam nicht aus dem Amt gejagt worden wäre, hätte das DAI seine segensreiche Tätigkeit noch weiterführen können, ohne das Land fluchtartig verlassen zu müssen.


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