29 Juli 2005

 

Werbung

für einen der besten Fernsehjournalisten darf doch erlaubt sein :).

Günter Ederers neuestes Werk habe ich zum Glück per Zufall beim Zappen entdeckt und gesehen. Kann mir einer bestätigen, dass die Aussage von 60 Milliarden Euro für einen Straßentunnel in Tokio stimmt? Aber wenn´s nur 6 Milliarden sind, wäre das immer noch mehr als wir hier für ganz Baden-Württemberg zur Verfügung haben.

Dauerstau auf Schlaglochpisten

28 Juli 2005

 

Die taz Anti Merkel Protestbuttons...

sind an Schäbigkeit kaum zu überbieten...


 

Bayreuth...

...den Lohengrin sehen...(Spiegel Online)...seufz:

Gesanglich blieben keine Wünsche offen: Peter Seiffert ist zurzeit "der" Lohengrin schlechthin. Sein klarer, kraftvoller Tenor, seine mächtige Statur und seine souveräne, natürliche Ausstrahlung machen ihn zum perfekten Role Model des Schwanenritters. Als er zum Ende hin seine Gralserzählung ("Im fernen Land") ohne den Hauch einer Anstrengung fast schon zelebrierte, hatte man das Gefühl, dass er das Stück gleich noch drei weitere Male ebenso entspannt vortragen könnte. Ein lächelnder Herkules des Tenorfachs, der anschließend zu Recht mit Standing Ovations gefeiert wurde. Seine todgeweihte Geliebte Else, ebenso makellos von Petra-Maria Schnitzer gesungen, wirkte etwas blass daneben.



25 Juli 2005

 

Ketscher Analyse

...neu verlinkt...ebenfalls ein Nordbadener und ein kluger Kopf dazu...nur weiter so, wir schaffen das Netzwerk.

 

Korruption - Ein Massenphänomen

An dieser Stelle könnte der übliche Eintrag zum Wahlkampf mit den notwendigen Anmerkungen stehen...aber diesmal soll uns ein Thema beschäftigen, welches in den letzten Monaten auch in meiner direkten Arbeitswelt einen immer wichtigern Stellenwert einnimmt: die Bekämpfung der Seuche Korruption. Im letzten Absatz kommt der für mich wichtigste Aspekt hervor, das Führen durch Vorbild. Dies scheint den Spitzenkräften nicht immer präsent zu sein, Leute wie Esser zeigen, dass die "schnelle Abzocke" funktioniert.

Ein lesenswerter Artikel aus der FAZ:

Wirtschaftskriminalität
Lügen und betrügen
Von Inge Kloepfer

24. Juli 2005 Plötzlich hatten sich die meisten Gäste verzogen. Im Separee eines Berliner Hotels saßen nur noch der Vorstandschef und der Gastgeber des Abends, ein angelsächsischer Finanzinvestor. Wo denn die anderen Gäste abgeblieben seien, wollte der Unternehmenslenker wissen.

Die hätten sich für einen Moment verzogen, gab der andere zurück, denn er wolle kurz unter vier Augen sprechen. Sein Angebot hatte der Investor schnell formuliert: Wenn er von seinem Gegenüber den wahren Wert des Unternehmens erführe, würde er dafür 8 Millionen Euro zahlen und im Falle einer Übernahme dem Konzernchef seinen Posten garantieren. Der andere allerdings blieb standhaft.

Überhöhte Rechnungen sind der „Klassiker”

Was in schlechten Filmen oft so einfallslos konstruiert erscheint, kommt der Realität häufig erschreckend nahe. Das Beispiel jedenfalls ist keinem Film entliehen. Es ist ein klassischer Fall von versuchter Korruption mit zwei Tätern und keinem individuell Geprellten.

Der Filz in deutschen Unternehmen hat unendlich viele Formen - und vor allem immer wieder neue. Die Klassiker sind aber noch immer überhöhte Rechnungen, deren Aufschlag sich etwa Lieferant und Einkäufer brüderlich teilen. Oder die Gründung von Scheinfirmen, über die Teile des Geschäfts zugunsten eines oder mehrerer Angestellter abgewickelt werden. Nicht zuletzt gibt es die einfache Bestechung: Geld gegen einen Auftrag, Geld gegen Informationen.

Viele „schwarze Schafe” im Baugewerbe

Auch die Felder und Branchen, die besonders anfällig für jede Form von Korruption sind, sind noch immer die altbekannten: Ein ernstzunehmendes Korruptionsproblem hat die öffentliche Hand, weiß der Berliner Oberstaatsanwalt Frank Thiel aus vielen Jahren Korruptionsbekämpfung. Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge vor allem an das Baugewerbe wird geschoben und betrogen. „Hier gibt es viele schwarze Schafe”, sagt Thiel.

So hatten sechs Bauunternehmer in einer Stadt den Markt unter sich aufgeteilt, untereinander abgesprochen, wer den ausgeschriebenen Auftrag erhält, und entsprechend preislich überhöhte Angebote abgegeben. Der, der den Auftrag bekommen sollte, blieb - wie abgemacht - unter den Angeboten der anderen, kalkulierte gleichwohl noch immer mit kräftigen Aufschlägen. Der siebte Bauunternehmer verdarb den anderen das Spiel und kalkulierte fair. Lange nach diesem Fall hielt er nicht durch, wurde von seinen Konkurrenten in die Enge getrieben und ging schließlich in die Insolvenz. Erfahrung zeigt: In solchen Fällen müssen noch nicht einmal die Gründe für das Ausscheren ehrenwerte sein. Solche Preisabsprachen kennt im übrigen fast jede Branche.

Sponsoring als neue Spielwiese

Auch das Gesundheitswesen ist hochgradig anfällig - als öffentliches System, das von privaten Unternehmen Leistungen und Produkte bezieht. Dabei ist Korruption nicht nur die Plage großer Konzerne. Auch im Mittelstand wird gelogen und betrogen - nur eben nicht so spektakulär wie im Falle der Dax-Unternehmen.

Doch neben den klassischen Feldern sucht sich die Korruption stets neue Einfallstore. „Eine zunehmende Gefahr bringt das Sponsoring”, sagt der Berliner Oberstaatsanwalt. Wenn die Kassen der öffentlichen Hand so leer sind, daß die Kommunen jedem Sponsor dankbar sein müssen, dann mag der ersehnte Geldsegen nicht immer ausschließlich altruistische Gründe haben. Das eine oder andere Geschäft ist schneller an Land gezogen, wenn die erhofften Sponsoring-Beträge fließen sollen. „Hier sind die Grenzen hin zur echten Korruption fließend”, sagt Thiel. Und nicht alle öffentlichen Verwaltungen haben schon Sponsoring-Richtlinien.

Die drei Phasen

Korruption, sagt Birgit Galley, die das Beratungsunternehmen Forensic Management gegründet hat, entstehe klassischerweise in drei Phasen und - bis zum richtigen Filz über die verschiedenen Hierarchiestufen eines Konzerns - über Jahre. Die Naivität des Betrügers steht am Anfang. Meistens ist er a priori gar keiner, sondern hat nur festgestellt, daß niemandem sein Rechenfehler auf der Spesenrechnung aufgefallen war. Das Komma im Betrag an der falschen Stelle - und der Chef hat's nicht gemerkt!

Der Mitarbeiter wird es wieder tun, sagt Galley, und begibt sich damit in die zweite Phase. Er sucht Kontrollücken im Unternehmen und vor allem Helfershelfer. Der Filz beginnt, die Korruption bekommt Struktur. Betrügereien werden komplizierter. Die dritte Phase ist mitunter schon die letzte, wenn mit betrügerischer Überheblichkeit der Leichtsinn kommt. „Die Mitarbeiter passen dann kaum noch auf”, sagt Galley, „und hinterlassen erste Spuren.” Wenn sie, Galley, diese Spuren finde, dann wisse sie, daß es die Spitze des Eisbergs sei.

„Social Engineering”

Eine ganz andere sich nach Meinung der Experten ausbreitende Form der Korruption ist das sogenannte „Social Engineering” - auch ein Feld, in dem Recht und Unrecht fließend ineinander übergehen. Vor allem auf dem Feld der Beschaffung geldwerter Informationen über Wettbewerber wird derlei eingesetzt. Da wird ein hochrangiger Abteilungsleiter, der mit seinem Vorgesetzten nicht ganz zufrieden ist, über Monate mit Gefälligkeiten überhäuft. Aus gelegentlichen Kontakten wird eine freundschaftliche Verbundenheit.

Unverdorben und trotz aller Unzufriedenheit loyal, wie der Abteilungsleiter nun einmal war, merkt er nicht, daß er schon ziemlich viel erzählt hat über seinen Arbeitgeber. Und plötzlich hängt er fest im Netz, soll einen Gefallen tun und wird sich bewußt, daß alle Freundschaft nur das Ziel der Informationsbeschaffung hatte. Er kommt nicht mehr heraus, denn er hat schon viel zuviel geplaudert. Schlimmer noch: Er hat noch nicht mal einen Ansprechpartner, dem er sich anvertrauen kann. Eine anonyme Anlaufstelle im Konzern gibt es nicht. Und der Betriebsrat hat kein Ohr für seine Nöte, denn er ist auch schon ein Gefangener seiner Gier.

Sensibilität gegenüber Korruption steigt

Korruptionsermittler leiden in Deutschland derzeit nicht unter einer Auftragsflaute. Der Markt für derlei Expertise, Unternehmen zu entfilzen, wächst. Neu gegründete Unternehmen wie Forensic Institute oder Business Keeper oder weltweit operierende Dienstleister wie die Control Risks Group bieten nicht nur Aufklärungsleistungen an, sondern auch Systeme, um Kontrollücken in den Unternehmen zu schließen. Auch die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften haben Spezialisten auf dem Gebiet der Betrugsermittlung. Bei Volkswagen ist KPMG am Werk. Und immer wieder ist auch die Staatsanwaltschaft mit von der Partie, wenn das Unternehmen Anzeige gegen einen Mitarbeiter erstattet oder die Berichterstattung in den Medien Staatsanwälte zum Handeln zwingt.

Die Sensibilität gegenüber Korruption in der Wirtschaft steigt. Filz im Unternehmen untergräbt die Motivation und Moral loyaler Mitarbeiter. Der Schaden also ist viel größer als nur der kleine Aufschlag auf den regulären Lieferpreis. In den Vereinigten Staaten, sagt Maren Möhring von der Firma Business Keeper, sei es jedem börsennotierten Unternehmen längst gesetzlich vorgeschrieben, ein anonymes Hinweisgebersystem zu etablieren, damit Mitarbeiter, die Korruption beobachten oder Opfer werden, die Unternehmensleitung warnen können. Hierzulande - Fehlanzeige. Auch gebe es keinen Hinweisgeberschutz. Hinweise geben, das kann in Deutschland zu einer heiklen Sache werden. Denn schnell ist man als Denunziant verschrien und wird gemieden. Doch sollte es erst gar nicht dazu kommen.

Werte leben

Prävention predigen die Staatsanwälte und Wirtschaftsprüfergesellschaften, die Mitarbeiter von Transparency International, kleine Sicherheitsberater oder auch Kriminologen und Strafrechtler wie Britta Bannenberg von der Universität Bielefeld. „Noch immer meinen viele Unternehmen, die Kündigung eines korrupten Einkaufsdirektors reiche aus, um das Problem zu beheben.” Viel wichtiger aber sei es, seinen Nachfolger und andere Mitarbeiter zu schulen und sie für die anfälligen Stellen im Unternehmen zu sensibilisieren.

Birgit Galley faßt es so zusammen: Die Führungsebene muß Werte für das Unternehmen definieren, Vorschriften und Verhaltensregeln, deren Verstoß auch sanktioniert wird. Vor allem muß die Spitze selbst ihre Werte leben. Bei Volkswagen und Infineon war das genau nicht der Fall.


15 Juli 2005

 

Bremer Abi...


14 Juli 2005

 

Ludwig Stiegler (Danke Titanic!)

[13.07.2005]
Stiegler kapituliert bedingungslos
SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler hat sich für seine Nazi-Assoziation entschuldigt. Bei dem Einfall, der das CDU-Wahlprogramm in die Nähe des KZ-Mottos „Arbeit macht frei“ rückte, habe es sich um eine „Gleich-, äh, Fehlschaltung im Gedankenblitzkrieg“ gehandelt. Er bereue die „unglückliche Endlösung“ zutiefst und werde derlei „in Zukunft rücksichtslos ausmerzen“.

(c) Titanic Magazin

 

Fast 1 Monat ohne Blogeintrag

...und was ist da alles wieder passiert. Nett, wie sich der Wahlkampf langsam zuspitzt. Der Mut von Angela Merkel ist schon zu bewundern: erst geht sie mit einer klar angekündigten Steuererhöhung in den Wahlkampf, dann tritt sie auch noch im Fernsehen gegen Gerhard Schröder an, obwohl sie das Duell verlieren muss. Andererseits sollte man diesen Fernsehschaukämpfen auch nicht soviel Bedeutung zumessen, obwohl ich immer noch glaube, dass äh-äh-äh-Stoiber insbesondere durch das 2. Fernsehduell in 2002 damals die Wahlen verloren hat.

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