31 Oktober 2005

 

Eine Nachwuchshoffnung der SPD...

die nächstes Jahr hier gewinnen will, äußert sich zum heutigen Waterloo der SPD wie folgt:

Ute Vogt hat nach eigenen Angaben für Nahles gestimmt. "Hätte ich vorher gewusst, welche Folgen das hat, hätte ich es mir aber noch einmal überlegt", sagte sie. Die Abstimmung sei kein Misstrauensvotum gegen Müntefering oder die geplante große Koalition gewesen.
Ich habe sie ja schon immer für eher farblos und rhetorisch unterbegabt gehalten. Aber dass die Dame auch noch so naiv ist, ein solches Statement, über das jeder Kommunalpolitiker lachen würde, abzugeben...
Entweder war diese Äußerung dumm (keine Ahnung also bei ihr, was sie da eigentlich abgestimmt hat) oder dreist (rotzfreche Lüge und es war ein Putsch gegen Münte)...ich gehe aus persönlicher Erfahrung von ersterem aus.

26 Oktober 2005

 

Die Staatsfinanzen...

nun, es war ja klar...der Staat ist pleite, aber welches Ausmaß das Desaster haben würde, überrascht nicht wenige. Uns nicht...die Analyse der Einnahmen und Ausgaben der Bundesrepublik lässt erkennen, dass in Berlin schon seit Jahren die Augen verschlossen wurden. Die wohlfeilen Sprüchlein der CDU-Spitze vor der Wahl sind auch schon Schnee von gestern, jetzt wird wieder in die Vollen gegangen: Steuererhöhungen so weit das Auge blickt, getarnt unter dem Stichwort: Abbau von Steuervergünstigungen, Erhöhung der Bemessungsgrundlage etc.

Erbärmlich, erbärmlich. Ans echte Sparen denkt keiner und die Tatsache, dass Steuererhöhungen über kurz oder lang nichts anderes sind als Alkohol für den Säufer ist nicht klar. Wie wenig wirtschaftspolitischer Sachverstand auch bei angeblichen Wirtschaftsexperten vorhanden ist, zeigt sich in den Äußerungen von Koch und Steinbrück.

17 Oktober 2005

 

Gallien in Gefahr...

gerade eben fertig gelesen, der neue Asterix...wieder einmal eine Enttäuschung. Eine flache, höchstens für 10 Seiten geeignete Idee voller Klischees und französischer Ressentiments gegen die USA und Japan. Früher hatte das mal Witz und Esprit, heute kommt es doch reichlich dröge daher. Man kann es mit Schmerzen lesen, insofern will ich hier nicht einen Totalverriss produzieren, aber es tut doch schon weh, wenn man an die Klassiker der Reihe denkt...der Höhepunkt in negativer Hinsicht ist die Präsentation eines Hot-Dogs, den Asterix mit "Börks" kommentiert. Passend zum gesamten Comic daher von mir auch ein "Börks" an Uderzo, der es wirklich sein lassen sollte...

11 Oktober 2005

 

Sieg der Sozialdemokratie...

Die große Koalition steht so gut wie fest...wenn man sich die Kabinettsliste mit den gehandelten Namen ansieht und die in Aussicht gestellten unverhandelbaren Eckpunkte der Koalition kann man nur mit Entsetzen reagieren. Meint Frau Merkel, sie könnte es gegen diese Volksfront der Verhinderer etwas ausrichten, wenn ihr Stoiber (sic!) und Müntefering schon am ersten Tag die Richtlinienkompetenz (übrigens ein Verfassungsgrundsatz) absprechen?

Für Deutschland gehen die Lichter damit aus...zwar kann man die Hoffnung hegen, dass ein österreichisches Modell Wirklichkeit werden könnte, aber rot-schwarz war Jahrzehnte in Österreich an der Macht bis es zu einem echten Systemwechsel kam.

Die anti-Liberalen, irrationalen Kräfte siegen (mal wieder)...mit Stoiber als Wirtschaftsminister und einem SPD Finanzminister ist gewährleistet, dass KEINE sinnvolle Reform zustande kommen wird. Die Kopfpauschale ist tot, die Steuerreform wird eine reine Steuererhöhung werden, die systemwidrigen steuerfreien Zuschläge bleiben, das Arbeitsrecht wird minimal verändert, die Tarifautonomie bleibt, betriebliche Bündnisse "werden mit den Sozialpartnern besprochen"...zum Erbrechen...

Das wirklich Wahnwitzige ist ja, dass diese Politik der Verhinderung, des extrem Konservativen dem Volkswillen durchaus entspricht...wie schon immer in der Geschichte der Republik.

Klar ist aber, dass eine Kanzlerin Merkel nicht jeden Blödsinn mitmachen wird, dazu ist sie viel zu pragmatisch veranlagt (und wohl auch zu intelligent).

06 Oktober 2005

 

Oho...Klarstellung notwendig...

das über Schröder Gesagte ist nicht meine Meinung. Die Erklärung mag auch nicht richtig sein, nur fand ich den Versuch recht interessant. Es geht ja auch nicht darum, ob Schröder wirklich impotent ist oder nicht, ist ja auch im Grunde genommen egal. Nur geht es darum, warum ein Mensch sich manchmal so auffällig verhält wie er...nicht mehr und nicht weniger.

04 Oktober 2005

 

Impotent...

das war das Stichwort, dass ein Verwandter (Psychoanalytiker mit 50 Jahren Berufserfahrung) auf Gerhard Schröder münzte. Ich hakte nach:

Seiner Meinung nach zeige das Bild Gerhard Schröders in allen Äußerungen und insbesondere bei seinem Ausbruch am Wahlabend, aber auch seine Vita, dass man es mit dem klassischen Bild des narzisstischen Impotenten zu tun habe. Dieser habe auch Erfolg bei Frauen, ja manche Impotente haben sogar extremen Erfolg, aber im Bett scheitere es dann regelmäßig an der Impotenz (wobei auch ihm nicht 100% klar sei, ob es in der gezeigten Variante gar nicht zum Verkehr komme mangels "Standfestigkeit", oder der Verkehr mangels Zeugungsfähigkeit "unerfüllt" bliebe, er tippe aber angesichts der Symptomatik eindeutig auf Ersteres).

Diese Konstellation übertrage sich auch ins Berufsleben, wobei der Impotente den beruflichen Erfolg auch als Kompensation verstehe. Vermeintliche, aggressiv zur Schau gestellte Männlichkeit, das Imponiergehabe und die Ichbezogenheit der narzissistischen Komponente dieses lehrbuchhaft pathologischen Bilds seien bei Schröder klar zu diagnostizieren. Hinzukomme bei Schröder eine Affinität zu Alkohol in Form einer nicht stark ausgeprägten, aber im Hintergrund latenten Alkoholerkrankung. Diese führe insbesondere in Stresssituationen zu den gezeigten Auffälligkeiten (die ja mittlerweile von allen Hauptstadtjournalisten bestätigt werden).

Ein interessanter Analyseversuch...

 

Showdown...

in den Verhandlungen, besser gesagt, im Poker ums Kanzleramt in Berlin. Die SPD Granden rücken das Bild zurecht, das gestern der Kanzler mit seinem halbherzigen Rückzug zu bieten versuchte. Besser kann man gar nicht dokumentieren, wie sehr Schröder und seine SPD eigentlich nie in Harmonie einig waren. Die Verhandlungsführer der Sozialdemokraten wissen genau, dass ein Amtsverzicht des Noch-Kanzlers eine ernste Verschlechterung der Verhandlungsposition im Koalitionsspiel ist, dennoch will dieser nicht richtig mitziehen. Der Eindruck der Dresdenwahl ist zumindest beunruhigend für gestandene SPD-Anhänger, die CDU gewinnt das Erstmandat deutlich und die Zweitstimmen von schwarz/gelb zusammen sind deutlich stärker als rot/grün.

Dass die Knallcharge Stiegler und der nordbadisch/unsymbadische Tauss den Göring machen (mit Ankündigungen über den Amtsverbleib von Schröder à la "Ich will Maier heißen, wenn..." und Verwetten des privaten Rotweinbestands) verwundert dabei nicht. Dennoch vertreten diese Leute ja auch eine Meinung in der Partei und wenn es jetzt eben an der Kanzlerfrage knallen soll, dann knallt es eben. Die CDU wäre gut beraten, diesen desolaten und für die Öffentlichkeit als schlecht wahrgenommenen Zustand der SPD weiter auszunutzen und ruhig nach der Devise verhandeln, erst der Kanzler, dann der Inhalt. Auch wenn dies der Mehrheit in Deutschland langsam auf die Nerven geht, befindet sich Frau Merkel in der strategischen Offensive. Mit ihrer bewährten Zähigkeit dürfte sie sogar den ewigen Gewinner Schröder langsam an die Schmerzgrenze gebracht haben, die Aufregung der unteren Chargen zeigt dies deutlich.

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