04 Oktober 2005

 

Showdown...

in den Verhandlungen, besser gesagt, im Poker ums Kanzleramt in Berlin. Die SPD Granden rücken das Bild zurecht, das gestern der Kanzler mit seinem halbherzigen Rückzug zu bieten versuchte. Besser kann man gar nicht dokumentieren, wie sehr Schröder und seine SPD eigentlich nie in Harmonie einig waren. Die Verhandlungsführer der Sozialdemokraten wissen genau, dass ein Amtsverzicht des Noch-Kanzlers eine ernste Verschlechterung der Verhandlungsposition im Koalitionsspiel ist, dennoch will dieser nicht richtig mitziehen. Der Eindruck der Dresdenwahl ist zumindest beunruhigend für gestandene SPD-Anhänger, die CDU gewinnt das Erstmandat deutlich und die Zweitstimmen von schwarz/gelb zusammen sind deutlich stärker als rot/grün.

Dass die Knallcharge Stiegler und der nordbadisch/unsymbadische Tauss den Göring machen (mit Ankündigungen über den Amtsverbleib von Schröder à la "Ich will Maier heißen, wenn..." und Verwetten des privaten Rotweinbestands) verwundert dabei nicht. Dennoch vertreten diese Leute ja auch eine Meinung in der Partei und wenn es jetzt eben an der Kanzlerfrage knallen soll, dann knallt es eben. Die CDU wäre gut beraten, diesen desolaten und für die Öffentlichkeit als schlecht wahrgenommenen Zustand der SPD weiter auszunutzen und ruhig nach der Devise verhandeln, erst der Kanzler, dann der Inhalt. Auch wenn dies der Mehrheit in Deutschland langsam auf die Nerven geht, befindet sich Frau Merkel in der strategischen Offensive. Mit ihrer bewährten Zähigkeit dürfte sie sogar den ewigen Gewinner Schröder langsam an die Schmerzgrenze gebracht haben, die Aufregung der unteren Chargen zeigt dies deutlich.

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